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Asphalt, Beton & Stein | Straßen & Strecken

BAB 4: Zwischen Kirchheim und Eisenach - Die Strecke 81

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In einer Ansprache zum Start des Autobahnbaus 1933 stellt Fritz Todt, Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen das Grundnetz des gerade beginnenden Autobahnprojektes vor. Er nannte dabei als wesentliche Linien drei Nord-Süd-Verbindungen und drei Ost-West- Verbindungen, wobei die Linie Frankfurt a. M. – Dresden die mittlere Ost-West-Verbindung bilden sollte.

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Asbachtalbrücke zwischen dem Kirchheimer Dreieck und
der AS Bad Hersfeld.
Länge: 200 m, Höhe: 25 m, 11 Kreissegmentbögen
Foto: F. Engelmann, Köln 2008

1938 war das Teilstück zwischen Frankfurt und Kirchheim im Zuge der Autobahn Frankfurt a. M. – Kassel befahrbar und damit auch der westliche Teil der von Todt beschriebenen Achse Frankfurt a. M. – Dresden.

Auch von Osten her wurde die Gesamtstrecke ab Dresden nach Westen vorangetrieben. 1937 war Jena erreicht, 1939 Weimar und 1940 Wandersleben. Teilweise einbahnig und mithilfe einer provisorischen Talumfahrung beim Trenkelhof westlich von Eisenach, wurde dann 1941 die Anschlussstelle Eisenach-West erreicht womit der östliche Teil der Achse Frankfurt a. M. – Dresden durchgängig befahrbar war.

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Talbrücke Siebenborn zwischen Bad Hersfeld und Friedewald.
Länge: 260 m, Höhe: 25 m
Foto: F. Engelmann, Köln 2008

Der Lückenschluss zwischen Kirchheim und Eisenach begann am Kirchheimer Dreieck. 1940 war die Autobahn bis zur Anschlussstelle Bad Hersfeld zweibahnig und bis zu einer provisorischen Anschlussstelle bei Sorga einbahnig eröffnet. Der am 1. September von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg schränkte die Fortsetzung des Reichsautobahnbaues nach und nach ein und schließlich wurden alle Bautätigkeiten 1943 ganz eingestellt. Die letzte Eröffnung einer Reichsautobahn war am 01.07.1943 der Lückenschluss zwischen Sorga und Eisenach. Es war jedoch nur eine Richtungsfahrbahn betoniert und zwei Brücken waren kaum begonnen worden (Richeltal und Werratal). Dennoch waren nun die Städte Frankfurt a. M. und Dresden durch die Reichsautobahn verbunden.

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Schmuckelement an der Überführung Wippershainer Straße
bei Bad Hersfeld.
Foto: F. Engelmann, Köln 2008

Nach dem Krieg verlor die Teilstrecke zwischen Kirchheim und Eisenach ihre ehemals große Bedeutung. Sie war keine Transitstrecke durch das Gebiet der DDR. Die komplizierte Situation des Grenzverlaufs zwischen Obersuhl und Eisenach, zwischen Thüringen als Teil der DDR und Hessen als Teil der Bunderepublik Deutschland, mit dem mehrmaligen Grenzübertritt und den fehlenden Talübergängen verhinderte einen regen Reiseverkehr.

In den 1950er Jahren wurde die zweite Richtungsfahrbahn zwischen Sorga und Obersuhl hergestellt. Die durch ihre grenznahe Lage ungünstig erschlossenen Ortschaften Bosserode und Roßdorf erhielten bis zum Bau einer Bundesstraße Behelfsanschlussstellen an die Autobahn.

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Streugutsilo bei Bad Hersfeld.
Foto: F. Engelmann, Köln 2010

1984 erfolgte die Eröffnung der Strecke Eisenach-West – Wommen (Wommen – Herleshausen einige Jahre früher, als Entlastung der Ortsdurchfahrten) mit einem neuen Autobahngrenzübergang und einer Brücke über das Werratal. Die politische Wende in der DDR mit dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Wiedervereinigung 1989/1990 führte zu einem sprunghaften Verkehrsanstieg. Zügig, bis 1994, wurde deshalb der Abschnitt zwischen Obersuhl und Wommen mit den Talbrücken Richelsdorf und Wommen fertiggestellt.

Und die Zukunft?
 
Zwischen Kirchheim und Obersuhl soll die Strecke erneuert werden und in Steigungsstrecken durch eine dritte Fahrspur ergänzt werden. Die Asbachtalbrücke westlich von Bad Hersfeld wird saniert und verbreitert, die Talbrücken Siebenborn, Großer Kessel (zwischen Bad Hersfeld und Friedewald) und Eichhorst (zwischen Friedewald und Wildeck-Hönebach) werden abgebrochen und durch Neubauten ersetzt.

Text: Falk Engelmann, Köln 2011

Siehe auch:
Umfahrung Trenkelhof - Provisorium im Grenzgebiet
Brückenimpressionen zwischen Kirchheim und AS Eisenach-West