Für den Trassenverlauf der A 4 wurden Mitte der 1930er Jahre gezielt die Hörselberg gewählt, obwohl die Streckenführung hier mehrere starke Steigungen nötig machte. Es ging den damaligen Planern und Autobahnbauern nicht darum, die einfachste oder kürzeste Streckenführung zu finden, sondern wurde - wie auch an vielen anderen Stellen im Netz -  bewusst die schönste gesucht. Dies ist hier auch ohne Zweifel gelungen, da man über viele Kilometer hinweg immer wieder auf die Wartburg schauen kann. Wer diese Strecke jemals gefahren ist, wird sich sicher gerne an diesen mehrfach möglichen Anblick erinnern.

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A 4 Umfahrung Trenkelhof

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Vergleiche auch: 3. HV Gerstungen

Wo viele Steigungen vorhanden sind, gibt es natürlich Berge und Täler. Diese machen wiederum viele Brücken notwendig. Das zieht aber den Bau einer Autobahn zeitlich stark in die Länge. So auch hier. Weite Teile der Strecke Kirchheim - Erfurt sind erst 1937 begonnen und vor 1939 nicht mehr fertig gestellt geworden. Nahezu durchgehend befahrbar ist die Strecke erst seit Sommer 1990 und als Autobahn mit mindestens vier Fahrstreifen sogar erst seit 1995 auf ganzer Länge.

Innerhalb dieses Streckenabschnittes sollte neben einer Unterführung ein Tal überspannt werden, dass aber ebenfalls nicht mehr fertig gestellt wurde. So kam es zu der Behelfsumfahrung mit nur einer kleinen Brücke als Feldwegüberführung, die eigentlich nur für die Dauer des Krieges und eine kurze Zeit danach genutzt werden sollte. Dennoch wurde diese Brücke mit Naturstein verkleidet und ästhetisch gestaltet.

Diese Zeitspanne sollte dann aber doch rund vier Jahrzehnte dauern. Die DDR hatte weder die Mittel noch überhaupt das Interesse, in Grenznähe Brücken zu bauen. Erst nachdem Mitte der 1970er Jahre der Individualverkehr von Bundesbürgern über die Zonengrenze und der Transitverkehr von und nach Berlin (West) stark zunahm, hatte vor allem die westdeutsche Bundesregierung Interesse daran, die Verkehrswege zu verbessern. So finanzierte diese weitestgehend auch den Ausbau der heutigen A 4. Anstatt der geplant Brücke wurde ein großer Damm aufgeschüttet - das kleine Tal war isoliert. Erst 1982 wurde der Verkehr auf den neuen 4-streifigen Trassenverlauf umgelenkt und die Behelfsstrecke abgeschnitten.

Die Umfahrung Trenkelhof versank im Dornröschenschlaf. Wach geküsst wurde sie aber nicht mehr.
Im Frühjahr 2006 erfolgte die Entsiegelung der befestigten Flächen dieser Umfahrung als Ausgleichsmaßnahme für den Neubau der A 4 als Nordumfahrung der Hörselberge.

Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte o9
Geschichte der deutschen Autobahnen_2016
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