Der Kanalneubau in Köln-Dellbrück war eine der wichtigsten Vorarbeiten für den achtstreifigen Ausbau der A 3 im Kölner Ostring. Im 2. Bauabschnitt zwischen dem AK Köln-Ost (Knotenpunkt A 3, A 4 und B 55 a) und der Anschlussstelle Köln-Dellbrück wurd der bisher 6-streifige Abschnitt ohne Seitenstreifen bis August 2008  achtsstreifig mit Seitenstreifen ausgebaut. Die Gesamtbreite wuchs somit von 28 m auf 42 m. Lärmschutzanlagen werden mit bis zu 7,5 m Höhe errichtet. Die Baumaßnahmen wurden unter laufendem 6-streifigen Verkehr ausgeführt. Lediglich zum Bau und Abbau von provisorischen Brücken gab es an verkehrsarmen Wochenenden Vollsperrungen.

In der Nacht vom 26. zum 27.8. mußte noch eine Notreparatur an einer Dehn- ungsfuge der Rheinbrücke bei Leverkusen im Zuge der A 1 (Richtungsfahrbahn Koblenz) vorgenommen werden. Diese zog sich bis gegen 1.00 Uhr nachts hin. Eine gleichzeitige Sperrung von A 1 und A 3 war natürlich ganz ausgeschlossen, so dass die Arbeiten in Köln-Dellbrück erst mit einer Stunde Verspätung beginnen konnten. Das Zeitfenster von 52 Stunden für die Vollsperrung war ohnehin schon bis zur letzten Minute ausgefüllt. Dennoch ist es allen Beteiligten unter Führung der Niederlassung Köln von Straßen.NRW gelungen, den Gesamtrahmen dennoch einzuhalten.

Im Jahre 1929 wurden die rechtsrheinischen Kölner Stadteile Holweide und Dellbrück mit einem Abwasserkanal an die Kläranlage Stammheim angeschlossen. Dieser Kanal wurde vor Ort betoniert und der Beton konnte damals in Ruhe aushärten. Sein Kreisrinnenprofil beträgt 2,40 x 2,67. Er verläuft unmittelbar unter der Bergisch Gladbacher Straße. Als Mischwasserkanal leitet er Regenwasser und die Abwässer von rund 25.000 Menschen ab.

Als 1934 die Autobahn (Berlin -) Ruhrgebiet - Köln (damals Strecke 5, heute A 3) begonnen wurde, entschied man sich die Trasse in einem Einschnitt verlaufen zulassen. Dieser reduzierte die Höhe über dem Abwasserkanal gewaltig, so dass nur noch etwa 1 m Erdreich als Zwischenraum verblieb. Die Bergisch Gladbacher Straße verläuft heute mit einer Brücke über die A 3. Der Abwasserkanal wurde, da damals schon statische Bedenken bestanden, mit einer zusätzlichen Stahlbetonplatte überdeckt. Diese Lösung hält nach rund 70 Jahren immer noch rund 165.000 Pkw und Lkw pro Tag stand! Eine Verbreiterung oder eine weitere Verkehrszunahme sind mit diesem Bauwerk jedoch keinesfalls möglich. Ein Neubau ist daher unumgänglich gewesen.

Dieser Neubau konnte unmöglich unter fließendem Verkehr errichtet werden. Durchpressen eines neuen Kanals bei nur 1 m Zwischenraum zur Fahrbahndecke wäre viel zu risikoreich gewesen und eine Betonkonstruktion vor Ort zu errichten hätte alles in allem Wochen gedauert - auf dem Kölner Ostring völlig ausgeschlossen.
In Frage kam daher nur ein Neubau aus speziell erstellten Fertigteilen. In kleinerem Umfange ist dieses Verfahren schon erprobt worden. In dieser Größenordnung war es jedoch eine Herausforderung für alle Beteiligten. Diese Herstellungsmethode stellte sehr hohe Anforderungen an die Logistik und Ausführung vor Ort.

Eines dieser Fertigteile hat als Rechteck-Doppelprofil 2 x den Querschnitt von 2,00 m x 1,85 m. Die Außenmaße betragen 2,72 m Länge, 5,10 m Breite und 2,45 m Höhe. Das Ganze wiegt dann 37 Tonnen! Somit ist ein Antransport mittels eines Schwerlastfahrzeuges unumgänglich. Für die Gesamtlänge des Kanals von rund 46 m waren 17 Fertigteile erforderlich, was wiederum 17 Schwertransporte vom Herstellerwerk in Münster bis zur A 3 nach Köln erforderlich macht.
Da die Lage eines Abwasserkanals unter einer Brücke auch nicht der ideale Standort ist, entschloss man sich diesen 25 m weiter südlich parallel zu verlegen. Der alte Kanal wurde dadurch während der Bauarbeiten auch nicht beeinträchtigt. Nach Fertigstellung der Montage der 17 Doppelprofile und der Wiederfreigabe der A 3 für den Verkehr konnten die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe in aller Ruhe die Umschlußarbeiten an den Kanälen außerhalb der Autobahntrasse vornehmen. Der alte Kanal wurde abschließend mit Beton verfüllt.

Für die hilfsbereite und freundliche Unterstützung bedanken wir uns herzlich bei den Mitarbeitern der Niederlassung Köln von Straßen.NRW

Weitere Informationen:
strassen.nrw.de

Die  Stadtentwässerungsbetriebe  Köln  und  die  Niederlassung  Köln  von Straßen.NRW standen also vor umfangreichen technischen und organisatorischen Herausforderungen. Vorbereitung und Organisation der Sperrungen und Umleitungen, der Straßenaufbruch im Baustellenbereich, Erstellung des Untergrundes und die millimetergenaue Verlegung der Doppelprofile, Verfüllen und Verdichten der Baugrube, Schutz vor Regenwasser-
einbruch, zahllose weitere Detailarbeiten und die Wiederherstellung der Fahrbahndecke mussten in nur 52 Stunden durchgeführt werden. Auch unangenehme Eventualitäten und Ausfälle mussten durch verfügbares Ersatzgerät berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten betrugen daher rund 2,5 Millionen Euro.

Die Vollsperrung bzw. der sehr geringe Verkehr auf den offenen Abschnitten wurde in sinnvoller Weise von der Niederlassung Köln auch zur Durchführung anderer unerlässlicher Unterhaltungsarbeiten genutzt. Im nördlichen Abschnitt wurden weite Teile der Beleuchtung ausgetauscht. Nach Unfall musste eine Verkehrszeichenbrücke auf der Fahrbahn Richtung Süden erneuert werden. An zahlreichen Stellen fanden Mängelbeseitigungen und Mäharbeiten statt. Ebenfalls in Köln-Dellbrück wurden an der Brücke Bergisch Gladbacher Straße Verkehrsmessgeräte installiert. Im AK Köln-Ost wurden Koppelfugen an Brückenbauwerken repariert. In drei Bereichen konnten Markierungsarbeiten durchgeführt werden.
Durch die organisatorisch anspruchsvolle Zusammenfassung dieser Tätigkeiten bleiben den Autofahrern zahlreiche Behinderungen und Stauungen erspart.

Weiträumige Umfahrungen der Aktionsstelle waren zwingend notwendig. Für den Fernverkehr wurde daher die A 3 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Köln-Heumar gesperrt. Der Verkehr aus Norden (A 1, A 3, A 57, A 59) wurde in südlicher Richtung über den Kölner Westring (A 1) geleitet. Der Verkehr von Süden (A 3, A 59) nahm den umgekehrten Weg. Kraftfahrer die aus Richtung Süden über die A 3 Richtung Olpe (A 4) wollten, konnten die innerstädtische Umleitung zwischen den Anschlussstellen Königsforst (A 3) und Bensberg (A 4) nutzen.
Die A 1 bewältigt rund 100.000 Fahrzeuge pro Tag, die A 4 ebenso. Beide Autobahnen mussten zusätzlich die rund 165.000 Fahrzeuge der A 3 mit bewältigen. Auf der A 1 Richtung Koblenz kam es daher vor der Anschlussstelle Köln-Bocklemünd bei der Verengung von 3 auf 2 Fahrspuren zu Stauungen.
Für Fußballfans, die in die ‚BayArena’ zum Spiel von Bayer Leverkusen gegen wollten, wurde für ca. 2 Stunden die A 3 bis zur Anschlussstelle Leverkusen zwischenzeitlich geöffnet.

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Exakte Millimeterarbeit mit tonnenschweren Betonfertigkanälen an Stahlseilen

Grenze der Autobahnmeistereien Köln und Leverkusen-Opladen bei km 129

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Spektakulärer Kanalneubau mit Vollsperrung der A 3
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