Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte e.V.

Organisation, Geschichte & Schrifttum | Kalender & Ereignisse

Ereignisse des Jahres 1936

                                


Januar

Januar 1936
  • Strecke 47: Fertigstellung der Brücke über das Mangfalltal.

    Karais, F. Frhr. Karaisl von: Reichsautobahn München - Salzburg

06.01.1936
  • Strecke 47: Eröffnung der Reichsautobahn-Buslinie auf der Strecke München - Holzkirchen - Rosenheim.

    Karais, F. Frhr. Karaisl von: Reichsautobahn München - Salzburg

11.01.1936
  • Strecke 47: Verkehrsfreigabe der 7 km langen Teilstrecke Holzkirchen – Weyarn. Sie ist die südliche Fortsetzung der bereits am 29. Juni 1935 in Betrieb genommenen Teilstrecke München – Holzkirchen. Mit der Verkehrsfreigabe wurde zugleich die Mangfallbrücke in Betrieb genommen.

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Februar

01.02.1936
  • Einrichtung der BAR Berlin-Lichtenrade bei der OBR Berlin. Der Sitz ist in B.-Lichtenrade, Karlstraße 4. Vorstand: Dipl.Ing. Falkenstein

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März

21.03.1936
  • Strecke 15 I: Erster Spatenstich für die Zubringerstrecke Hamburg - Horster Heide, die eine 310 m lange Brücke über die Süderelbe erfordert (heute BAB A295).

23.03.1936
  • Rekordfahrt von Hans Stuck mit einem Wagen der Auto-Union und Reifen der Continental-Gesellschaft auf der RAB Frankfurt/M. - Heidelberg.

    • 23. März, fliegender Start, 5 km, 5,6 l Rennwagen: 312,423 km/h mittlere Geschwindigkeit

    • 24. März, fliegender Start, 10 km, 5,6 l Rennwagen: 286,496 km/h mittlere Geschwindigkeit

    • 24. März, fliegender Start, 50 Meilen, 5,6 l Rennwagen: 269,375 km/h mittlere Geschwindigkeit

    • 24. März, fliegender Start, 100 km, 5,6 l Rennwagen: 262,965 km/h mittlere Geschwindigkeit

    • 24. März, fliegender Start, 100 Meilen, 5,6 l Rennwagen: 267,21 km/h mittlere Geschwindigkeit

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April

April 1936
  • Strecke 85: Die 84 km lange Teilstrecke Barchfeld - Autenhausen der künftigen Autobahnlinie Nürnberg - Eisenach und weiter bis Bekum an der Linie Berlin - Hannover - Ruhrgebiet wird zur Entwurfsbearbeitung freigegeben.

    Karte
    Ausschnitt aus Karte 32 des Großen Conti-Atlasses für Kraftfahrer, 1938

01.04.1936
  • Inkrafttreten des Gesetzes über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen. Zur Durchsetzung des Gesetzes wurde der Anfang 1936 gegründete nationalsozialistische Reichs-Kraftwagen-Betriebsverband berufen.

    Schrifttum, Informationen, Karten:
    Scholz, Wilhelm: "Die Stellung des Reichs-Kraftwagen-Betriebsverbandes im deutschen Güterverkehr"
    in: Die Strasse 3 (1936), H. 3, S. 80-81

04.04.1936
  • Strecke 54: Verkehrsfreigabe der Strecke Berlin - Joachimstal der RAB Berlin - Stettin (47 km).

    BJ
    Kartenausschnitt: Nördlicher Berliner Ring mit dem Beginn der Strecke nach Stettin.
    Quelle: ReichsAutobahnAtlas, Verlag Meinhold-Mittelbach-Karten GmbH, Dresden 1938

    Anmerkung: Der Nordring wurde erst zwischen 1972 und 1974, der westliche Zweig von der heutigen BAB A11 bis zum geplante Nordkreuz mit der BAB A10 dagegen wurde nie verwirklicht. Der westlich der B96 verlaufende Stutzen nach Berlin hinein entspricht nicht dem Verlauf der heutigen BAB A114.

05.04.1936
  • Strecke 3: Verkehrsfreigabe der Teilstrecke Lehrte (B443) – Braunschweig-West mit einer Länge von 32 km.

    Strecke 3: Verkehrsfreigabe der Teilstrecke Lehrte – Hannover

06.04.1936
  • Eröffnung der Reichsautobahn-Buslinie auf der Strecke Hannover - Braunschweig, aber nur zwischen Lehrte und Braunschweig auf der RAB. Diese Teilstrecke war am Vortag eröffnet worden.

23.04.1936
  • R191: Verkehrsfreigabe der Elbebrücke bei Dömitz.

    R191 Elbebrücke Dömitz: Zerstörung bei einem alliierten Luftangriff

25.04.1936
  • Strecke 72: Eröffnung der Reichsautobahn Halle - Leipzig mit einer Länge von 27 km.

    HL
    Fahrt der Arbeiter über die neu eröffnete RAB.

    HL
    Kartenausschnitt Abschnitt Halle/Saale - Leipzig-Wiederitzsch
    der Strecke 72 nach Dresden.
    Quelle: ReichsAutobahnAtlas, Verlag Meinhold-Mittelbach-Karten GmbH,
    Dresden 1938

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Mai

01.05.1936
  • Inbetriebnahme der ersten RAB-Tankstelle an der Strecke Frankfurt/M. - Mannheim - Heidelberg auf der östlichen Dreieckfläche der Einfahrt Darmstadt.

    Da

    Architekt der Einrichtung ist der C A Bembé. Die Tankstelle hat 3 Tanks zu je 25 000 Liter. Sechs Zapfsäulen erlauben die gleichzeitige Abfertigung von 12 Fahrzeugen. Der Verkauf des Kraftstoffs erfolgt ohne Markenbezeichnung.

21.05.1936
  • Eröffnung der Reichsautobahn-Buslinie auf der Strecke Köln - Düsseldorf.

23.05.1936
  • Strecke 5: Eröffnung der 24,5 km langen Reichsautobahn-Teilstrecke Köln - Industriegebiet.

    KE
    Kartenausschnitt Abschnitt Köln - Industriegebiet
    (Strecken 5 Köln - Düsseldorf und 6 Düsseldorf - Duisburg).
    Quelle: ReichsAutobahnAtlas, Verlag Meinhold-Mittelbach-Karten GmbH,
    Dresden 1938

  • Strecke 15: Eröffnung der RAB-Teilstrecke Dibbersen - Sittensen der RAB Hamburg - Bremen.

    DS1   DS2
    Kartenausschnitt Abschnitt Hamburg - Bremen (Lesum)
    (Strecke 15 Hamburg - Bremen).
    Quelle: ReichsAutobahnAtlas, Verlag Meinhold-Mittelbach-Karten GmbH,
    Dresden 1938

    Strecke 15 Maschen – Dibbersen: Verkehrsfreigabe

  • Strecke 47: Eröffnung der RAB-Teilstrecke Weyarn - Apfelkam der Strecke München - Landesgrenze.

    Karais, F. Frhr. Karaisl von: Reichsautobahn München - Salzburg

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Juni

15.06.1936
  • Strecke 80: Baubeginn für die Teufelstalbrücke bei Stadtroda/Thüringen. Den Zuschlag hatte die Fa. Bilfinger aus Mannheim erhalten. Zuerst wird die südliche Brücke gebaut. Der Gesamtbau wird 1938 beendet sein.

19.06.1936
  • Strecke 56: Verkehrsfreigabe einer 17 km langen Teilstrecke der RAB Elbing - Königsberg.

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    Anschlussstelle Kreuzburg am Km 15,3 mit einem der sechs Wärterhäuschen

    Strecke 56: Verkehrsfreigabe des letzten, jedoch nur einbahnig ausgeführten Teilstücks der Strecke

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Juli

Juli 1936
  • Gründung der Reichsautobahn-Kraftstoff-GmbH.

  • Strecke 36 Stuttgart - Karlsruhe: Baubeginn für die Rohrbachtalbrücke.

    Str
    Die Bogen der beiden Rohrbachtalbrücken warten auf die Fahrbahnplatten

    Stummfilm über den Bau der Rohrbachtalbrücke in neuem Fenster. Der historische Film dokumentiert den Bau der Brücke im Zuge der Autobahn Stuttgart-Karlsruhe 1936-37.
    Strecke 36: Fertigstellung der Rohrbachtalbrücke

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August

17.08.1936
  • Eröffnung der Teilstrecken

    • Strecke 67: Weißenfels - Eisenberg der RAB Berlin - Nürnberg

      Strecke 67: Verkehrsübergabe der 6 km langen Teilstrecke Schleiz - Schleizer Seenplatte

      H.-J. Mielke: Die Autobahn Berlin - Hirschberg
      Waldemar Wucher; Text: Emil Maier-Dorn: Reichsautobahn (Berlin-) Leipzig-Halle – Nürnberg (-München)

    • Strecke 47: Samerberg - Siegsdorf der RAB München - Landesgrenze

      Sb
      Albert Birkle: »Autobahnbau durch die Wälder am Samerberg«

      Karais, F. Frhr. Karaisl von: Reichsautobahn München - Salzburg

    • Strecke 4: Berliner Ring (Werder) - Magdeburg (-Schermen1) der RAB Berlin - Hannover

      H.-J. Mielke: Die Autobahn Berlin - Helmstedt. Über 160 km Langeweile?

    • Strecke 3: Helmstedt - Braunschweig der RAB Berlin - Hannover,
    • Strecke 3: Lehrte - Hannover der RAB Berliner Ring - Hannover

1 heute Burg-Zentrum
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September

September 1936
  • Strecke 43: Fertigstellung der Talbrücke Denkendorf bei km 186,863. Bei der Trassierung wurde Rücksicht auf eine stattliche Ulme genommen, die erst 1977 gefällt werden musste.

27.09.1936
  • Übergabe des 1000. Kilometers fertiger Reichsautobahn bei Breslau.

  • Betriebsaufnahme der Reichsautobahn-Buslinie auf der Strecke Schleiz - Lanzendorf. Sie verkehrt bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges.

  • Strecke 30: Eröffnung der RAB Frankfurt/M. - Bad Nauheim, u. a. mit der AS Bad Homburg.

  • Strecke 30: Betriebsaufnahme der Reichsautobahn-Buslinie auf der RAB Frankfurt/M. - Bad Nauheim.

  • Strecke 35: Eröffnung der RAB Heidelberg - Bruchsal.

  • Strecke 35: Betriebsaufnahme der Reichsautobahn-Buslinie auf der RAB Heidelberg - Bruchsal.

  • Strecke 42: Verkehrsfreigabe der 16 km langen Strecke zwischen Stuttgart-Süd (Echterdingen) und Unterboihingen (Wendlingen) als erstes Stück der Strecke Stuttgart - Ulm.

  • Strecke 54: Eröffnung der RAB-Teilstrecke Joachimstal - Stettin-Süd (heute BAB A11).

  • Strecke 67: Verkehrsübergabe der 6 km langen Teilstrecke Schleiz - Schleizer Seenplatte (bei Mosbach) (OBR Halle). Auf- und Abfahrt ist nur an den "hierfür vorgesehenen und besonders gekennzeichneten Abschlussstellen gestattet und möglich" 1:

    • Schleiz (später Schleiz/Saaletalsperre, heute Schleiz),
    • Schleizer Seenplatte (heute Dittersdorf).

    Strecke 67: Volle Inbetriebnahme der Strecke Schkeuditzer Kreuz - Eisenberg

    H.-J. Weise: Vom Bau der Autobahn im Schleizer Oberland 1934 bis 1936

  • Strecken 67 und Strecke 68: Verkehrsübergabe der 70 km langen Teilstrecke Schleiz - Lanzendorf (OBR Nürnberg) nördlich der Ausfahrt Bad Berneck. Auf- und Abfahrt ist nur an den "hierfür vorgesehenen und besonders gekennzeichneten Abschlussstellen gestattet und möglich" 1:

    • Lanzendorf (später Berneck, heute Bad Berneck/Himmelkron),
    • Marktschorgast,
    • Münchberg,
    • Dörnthal (später Hof/Naila, heute Naila/Selbitz),
    • Berg (heute Berg/Bad Steben),
    • Göritz (später Hirschberg/Lobenstein, heute Bad Lobenstein),
    • Schleiz (später Schleiz/Saaletalsperre, heute Schleiz).

      St
      Reichsautobahn zwischen Schleiz und Bayreuth

  • Strecke 83: Eröffnung der RAB-Teilstrecken Dresden - Wilsdruff und Oberlichtenau (ab der Baurampe, später zur AS Chemnitz-Ost ausgebaut) und Hohenstein-Ernstthal (ebenfalls Baurampe, später gleichnamige AS). In der Literatur wird letztere Teilstrecke mit "Auerswalde - Lobsdorfer Knie" bezeichnet. (beide Teilstrecken heute BAB A4).

  • Verkehrsfreigabe des Zubringers Pappelallee in Bad Homburg zur Reichsautobahnstrecke 30 Frankfurt/M. - Gießen

1Zitiert aus: Bezirksamtsblatt Münchberg vom 25. September 1936, Nr. 37 in Flessa/Goller: Die Geschichte der Autobahn 1934 bis 2000, Münchberg-Helmbrechtser-Heimatzeitung Verlag.
Die Angabe "später" bezieht sich auf P. Hafen "Das Schrifttum über die deutschen Autobahnen", Karte 16, F. Dümmlers Verlag, Bonn 1956.

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November

15.11.1936
  • Inbetriebnahme der Straßenmeisterei Blintendorf in Thüringen.

  • Inbetriebnahme der Straßenmeisterei Münchberg in Franken.

    Flessa/Goller: Die Geschichte der Autobahn 1934 bis 2000

21.11.1936
  • Einweihung des ersten deutschen Autobahnkreuzes in Kleeblattform für die Strecken 66/67 (Berlin - Halle bzw. Halle - Hof) und 72 (Halle - Dresden). Es waren jedoch nur 3 Richtungen befahrbahr. Erst am 5. November 1938 war es vollständig in Funktion.

    SK
     
    Modell des Schkeuditzer Kreuzes

    Heute liegt das Schkeuditzer Kreuz im Zuge der BAB A9 (Berlin - München) und A14 (Magdeburg - AD Nossen). Es wurde zwischen 1999 und 2003 auf drei Fahrspuren je Richtungsfahrbahn erweitert; die Relation Dresden - München erhielt einen sog. "Überflieger".

23.11.1936
  • Richtfest der Brücke über die Freiberger Mulde bei Siebenlehn. Die Brückenlänge beträgt 403 m, ihre Höhe 70 m. Entwurf und Ausführung waren von der Fa. MAN Gustavsburg unter Mitwirkung von Grün & Bilfinger (NL Dresden) und der Siemens-Bauunion.

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28.11.1936
  • Strecke 67: Inbetriebnahme der Strecke Schkeuditzer Kreuz - Eisenberg (heute BAB A9) der RAB Berlin - München.

    Eisenberg
    Das "Thüringer Tor", die ehemalige Brücke der Landstraße
    Eisenberg - Naumburg über die heutige BAB A9.

    H.-J. Mielke: Die Autobahn Berlin - Hirschberg

    Waldemar Wucher; Text: Emil Maier-Dorn: Reichsautobahn (Berlin) Leipzig-Halle – Nürnberg (München)

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Dezember

Dezember 1936
  • Strecke 67: Inbetriebnahme der Teilstrecke Eisenberg – Schleiz mit Ausnahme der Tautendorfer Talbrücke.

    HK
    Das Hermsdorfer Kreuz, Deutschlands zweites Autobahnkreuz.
    Blickrichtung West - Ost.
    Aufnahme: Lothar Willmann, Berlin, ca. 1967.

  • Strecke 6: Verkehrsfreigabe Düsseldorf – Duisburg.

19.12.1936
  • Willy Hof legt sein Amt als Geschäftsführer der "Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e.V." (Gezuvor) nieder, nachdem diese in die Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsplanung und Raumordnung e.V. umgewandelt wurde.

  • Strecke 67: Vollständige Verkehrsfreigabe der 215 km langen Strecke Halle/Saale – Bayreuth. Das nachstehende Faksimile zeigt eine Meldung darüber im Jahresrückblick des Naumburger Tageblatts vom 31. Dezember 1936.

    Eine andere Quelle gibt den 28. November 1936 an (siehe oben).

    NT

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Zusammenstellung: H. Schneider, Naumburg (Saale) 5/2013